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Sankt Petersburg - Petrograd - Leningrad - Sankt Petersburg

Die Namensgeschichte des ‚Venedigs des Nordens', das Peter der Großen dem sumpfigen Boden am Finnischen Meerbusen abtrotzte, ist mit der politischen Geschichte Russlands eng verwoben. Die als Symbol des russischen Anspruches auf Zugang zu den Meeren gegründete Stadt erstreckt sich heute auf beiden Seiten der Neva und über die 42 Inseln des Mündungsdeltas. Mit über fünf Millionen Einwohnern ist Sankt Petersburg die nördlichste Millionenstadt der Welt, in der man im späten Juni die berühmten "weißen Nächte" erleben kann. Kulturell steht das "russische Fenster nach Westen" bis heute in Konkurrenz zu Moskau, das entgegen der europäischen Hafenstadt eher die russischen Traditionen verkörpert.

Im 18. und 19. Jahrhunderten lebten und wirkten in dieser Stadt herausragende Schriftsteller der russischen Literatur wie Alexander Puschkin, Nikolaj Gogol und Fjodor M. Dostojevski. Der gebürtige Leningrader und Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky meinte daher: "Die russische Literatur begann mit dem Entstehen St. Petersburgs." Auch der spätere Literaturnobelpreisträger André Gide erlag dem Charme der Stadt. Während er in den frühen dreißiger Jahren noch seine Bewunderung für das kommunistische "Experiment" in der UdSSR ausgedrückt hatte, sah er seine Hoffnungen auf einer Reise in die Sowjetunion jedoch enttäuscht. 1936 bekannte er: "Was ich an Leningrad bewundere, ist Sankt Petersburg." Heute - nach der Perestroika und den aufwendigen Renovierungsarbeiten anlässlich des dreihundertsten Geburtstages der Stadt - ist Leningrad selbst wiederum Vergangenheit und die Bewunderung St. Petersburgs organisatorisch so leicht zu bewerkstelligen wie seit langem nicht.

Angesichts der schier unendlichen Fülle von Sehenswürdigkeiten muss man wählerisch sein. Peter der Große hatte Architekten, Handwerker, Ingenieure und Handwerker aus ganz Europa nach St. Petersburg geholt. Sie und ihre Nachkommen schufen zahllose sehenswerte Bauten in und um St. Petersburg, die einen Besuch lohnen. Die Gattin seines Enkels, Katharina die Grosse, verlegte diese Art Sammlertätigkeit auf die Kunst und gründete die Eremitage. Dank ihrer Leidenschaft für Kunst müsste man in der Schatzkammer Russlands etwa ein dreiviertel Jahrhundert verweilen, wollte man jedes der 2,7 Millionen Kunstobjekte auch nur einen Augenblick lang betrachten. Nehmen Sie sich also genug Zeit und überlegen Sie was Sie bei Ihrem nächsten Besuch auf keinen Fall verpassen wollen.

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